FAQs

Frage Nr.1 : Wird mehr Holz geerntet als nachwächst?



Antwort: Die Holzvorräte im Wald steigen kontinuierlich und nachhaltig an

Aus den Wäldern in Deutschland werden jährlich durch die nachhaltige Forstwirtschaft über 60 Millionen Festmeter Holz bereit gestellt. Die Entnahme ist dabei deutlich geringer, als der jährliche Zuwachs an Holz in den Wäldern. Vor allem im Kleinprivatwald unter 20 Hektar, der über 20 Prozent der Waldfläche einnimmt, werden viele Waldflächen gar nicht oder nur geringfügig bewirtschaftet.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wäre es kontraproduktiv, mehr zu ernten, als nachwächst. Dieses ist eine der Kernaussagen der nachhaltigen Forstwirtschaft und wird von den Waldbesitzern in verantwortungsvoller Weise gelebt. So stocken auf jedem Hektar Waldboden ca. 330 Kubikmeter Holz, wobei bei den privat bewirtschafteten Wäldern der Wert sogar bei ca. 345 Kubikmeter pro Hektar liegt. Der Vorrat an Holz ist somit in den letzten 10 Jahren um ca. 8 Kubikmeter angestiegen und nicht etwa gesunken!
Die nachhaltige Forstwirtschaft und die schonende Gewinnung des Rohstoffes Holz ist das Kerngeschäft der Waldbesitzer und ihrer Familien. Sie ist für die meist über Generationen geführten Familienforstbetriebe Existenzgrundlage und sichert mit den aus ihr resultierenden Erträgen auch den Erhalt der vielfältigen ökologischen Leistungen des Waldes. Mit ihrem Prinzip einer ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit hat die Forstwirtschaft zu Bewahrung und Leistungsfähigkeit des Wald in den vergangen Jahrzehnten entscheiden beigetragen. Förster und Waldbesitzer wissen, dass nur in einem ökologisch intakten Wald dauerhaft optimale ökonomische Ergebnisse erzielt werden können. Dies ist die Grundlage unser heutigen stabilen und leistungsfähigen Wälder. Dies ist den Waldbesitzern auch heute noch Verpflichtung und Ansporn in ihrem täglichen Umgang mit den Wäldern und durch die Gesellschaft entsprechend anzuerkennen.

Frage Nr.2: Nimmt die Waldfläche ab?



Antwort: In den letzten 40 Jahren ist die Waldfläche in der Bundesrepublik Deutschland um ca. 1 Millionen Hektar angewachsen

In der Bundesrepublik Deutschland existieren aktuell rund 11,075 Millionen Hektar Wald. Das sah 1960 in Deutschland noch anders aus: ca. 10,2 Millionen Hektar waren vorhanden und wurden in den verschiedenen Eigentumsarten bewirtschaftet. Somit dürfen wir uns seitdem über einen Zuwachs von fast 10 % freuen und sehen, das durch die Qualität der nachhaltigen Forstwirtschaft auch die Quantität der Waldflächen positiv beeinflusst werden!

Frage Nr.3: Zerstört Waldbewirtschaftung Artenvielfalt/ bzw. schließen sich Naturschutz und Holzernte aus?



Richtig ist ->Forstwirtschaft ist gelebter Naturschutz Der Wald ist Lebensraum für 4.300 Pflanzen- und 6.700 Tierarten. Der Schutz dieser Vielfalt erfordert einen ebenso breitgefächerten wie sensiblen Mix an Ideen und Konzepten im Umgang mit dem Wald. Zwei Millionen private Walbesitzer stehen für diesen ausgewogenen Mix an Ideen, der die Vielfalt des Waldes erhält und fördert. So ist der Wald nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der einzige Teilbereich im Indikator für Artenvielfalt und Landschaftsqualität der eine signifikante Tendenz nach oben zeigt und von allen Landschaftsformen dem Zielwert am nächsten ist.
Eine intakte und gesunde Natur ist die Grundvoraussetzung für die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes. Für die generationenübergreifende Wirtschaftsweise der Waldbesitzer ist der Erhalt, der Schutz und die Pflege des Waldes und der Natur als natürliche Grundlage des Forstbetriebes das zentrale Element des täglichen Handelns. Dies ist dabei nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den kommenden Generationen, sondern vielmehr auch eine von ihren Vorfahren übernommene Verantwortung.
Der integrative Naturschutz in Deutschland hat sich bewährt. In Einklang mit einer sinnvollen Nutzung der Wälder, sowie seiner weiteren Funktionen sichert er gleichzeitig höchste ökologische Ansprüche. Ein segregativer Naturschutz wie er auf einem kleinen Teil der Waldfläche in Deutschland stattfindet, nimmt sich dagegen ausschließlich den ökologischen Funktionen an. Ob sich die Gesellschaft aufgrund der Vielfalt der Leistungen des Waldes eine Ausweitung dieses statischen Schutzes leisten kann, erscheint aus Sicht der Waldbesitzer äußerst Zweifelhaft.

Frage Nr.4: Wollen Waldbesitzer nur Kapital aus ihrem Wald schlagen?


Antwort: Waldbesitzer sind keine „Heuschrecken“, Ihnen geht Nachhaltigkeit und Denken in Generationen vor schneller Gewinnmitnahme

Wer Waldeigentum besitzt, übernimmt Werte seiner Vorgänger. Diese gilt es zu schützen und gleichzeitig weiter zu entwickeln, um neue Werte für die eigenen Nachfahren und die Gesellschaft zu schaffen. Mit den langen Produktionszeiträumen der Forstwirtschaft von bis zu 250 Jahren trifft dies beim Waldeigentum auf besondere Weise zu. Ein Waldbesitzer fällt und lebt von den Bäumen, die vor Jahrzehnten gepflanzt und von verschiedenen Generationen gepflegt wurden. Ebenso schafft er durch die Begründung neuer Bestände, die Lebensgrundlage noch ungeborener Generationen. Dass dieser Generationenvertrag funktioniert, zeigt meist schon der sonntägliche Spaziergang durch den Wald.

Frage Nr.5: Geht der Anteil des Laubholzes zurück



Antwort: Waldbesitzer müssen heute schon an Morgen denken und dementsprechend durch ihr Handeln die Zukunft des Waldes sichern

Tendenziell steigende Temperaturen, trockenere Sommer und die Zunahme von Wetterextremen und -ereignissen werden langfristig die Standortbedingungen verändern. Die langen Umtriebszeiten erfordern schon heute ein Handeln für die Wälder von morgen. Mit einem Waldumbau hin zu stabilen und mehrschichtigen Mischwäldern bereiten die Waldbesitzer ihren Wald auf die kommenden Veränderungen vor. Die Begrenzung der Baumartenwahl auf standortheimische Baumarten ist dabei kontraproduktiv. Für die sich abzeichnenden Standortverhältnisse gilt es standortgerechte Baumarten zu wählen, um die Leistungsvielfalt der Wälder auch in Jahrzehnten noch garantieren zu können.

Frage Nr.6: Wird Totholz im Privatwald nicht erhalten?



Antwort: Obwohl Totholz sich negativ auf die CO2-Bilanz auswirkt und totes Kapital ist, ist die Menge pro Hektar seit 2002 um 20% angestiegen

In den vergangenen Jahren lag die Senkenleistung des Waldes in Deutschland bei rund 4,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich. Da mit steigenden Holzvorräten in den Wälder die Zuwachsleistung abnimmt und der Einsatz von Holz, sowohl stofflich als auch energetisch, Substitutionseffekte generiert, ist die nachhaltige Nutzung des Holzes eine sinnvolle Strategie die klimawirksamen Leistungen des Waldes zu steigern. Totholz ist zwar ein Zeiger für nachhaltige Forstwirtschaft, gibt aber während seines Zerfalls CO2 ab und kann somit nicht zur Senkung der CO2-Emission beitragen. Dennoch ist, je nach Aufnahmemethode, der Anteil seit der letzten Bundeswaldinventur 2002 um 20% angestiegen und beträgt nunmehr 14,7 Festmeter (Totholz mit einem Durchmesser größer 20 cm) bzw. 23,7 Festmeter (Durchmesser größer 10 cm). Die von einigen Organisationen geforderte Erhöhung auf bis zu 60 Festmeter Totholz pro Hektar würde auf 30 Jahre einen Verzicht von 38% der Holznutzung mit allen Konsequenzen und negativen Auswirkungen bedeuten!

Jeder Baum filtert täglich Kohlendioxid aus der Luft, nutzt dieses zum Aufbau seiner Biomasse und speichert ihn langfristig im Holz. Durch den gesamten deutschen Wald werden somit jährlich 110 Millionen Tonnen Kohlendioxid gebunden. Dieses entspricht in etwa einem Achtel des Kohlendioxidausstoßes der Bundesrepublik Deutschland in einem Jahr. Wird der jährliche Zuwachs der Wälder nicht vollständig genutzt wird der Wald zu Kohlenstoffsenke.

Frage Nr.7: Schützt weniger Holz ernten das Klima?



Antwort: Für den Wald in der Bundesrepublik gilt: Holzernte ist angewandter Klimaschutz

Für die Forstwirtschaft spielt der Klimawandel schon seit längerem eine zentrale Rolle. Schon früh erkannten die Waldbesitzer wie der Wald mit seiner einzigartigen wichtigen Leistung - der Minderung der Kohlendioxidkonzentration in der Luft - den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegen wirkt. Gleichzeitig werden die Wälder von den zu erwartenden klimatischen Veränderungen in ihrer Vitalität und Stabilität stark Anspruch genommen.
Die regelmäßige nachhaltige Nutzung der Wälder sichert einen hohen Zuwachs und damit deren Leistungsfähigkeit, auch und gerade bei der CO2-Speicherung! Ohne eine Bewirtschaftung der Wälder und Nutzung des Holzes würde sich nach einiger Zeit eine Art Gleichgewichtszustand aus Kohlendioxidaufnahme durch die Bäume und Kohlendioxidabgabe durch die Verrottung des Totholzes einstellen. Positive Auswirkungen auf den Kohlenstoffkreislauf haben Holzprodukte, da das Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff über die Lebensdauer des Baumes hinaus im Holz gespeichert bleibt und Produkte substituiert werden können deren Herstellung wesentlich mehr Kohlendioxid verursachen. Bei energetischer Nutzung wird das Kohlendioxid fast klimaneutral freigesetzt. Der Substitutionseffekt durch den Einsatz von Holz zum Heizen wird auf jährlich 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid geschätzt. Mit diesen weiteren Austausch- und Einspareffekten bietet die energetische und stoffliche Verwendung von Holz eine optimale effektive Senkenleistung.

Frage Nr.8: Sind Wald und Holz wirtschaftlich unbedeutend?



Antwort: Die Multifunktionabilität von Holz, sowohl stofflich, als auch energetisch, spielt eine große wirtschaftliche Rolle

Die Forstwirtschaft bietet vor allem im strukturschwachen ländlichen Raum bei einem Umsatz von fünf Milliarden Euro jährlich 80.000 Menschen Lohn und Brot. Im Gesamten Cluster Forst und Holz, das ohne die regelmäßige Forstwirtschaft in Deutschland nahezu ohne Rohstoff wäre sind gar über eine Million Werktätige beschäftigt, die zusammen 175 einen Umsatz von 175 Milliarden Euro erwirtschaften.
Die Bereitstellung von Holz durch die seit Jahrhunderten bewährte sorgsame Waldbewirtschaftung ist ebenso das Fundament für die zahlreichen Zweige der Holzwirtschaft und ihrer stofflichen und energetischen Nutzung von Holz. Zusammen sind Forst- und Holzwirtschaft einer der wirtschaftlichen Motoren des ländlichen Raums. In unseren Zeiten, in denen eine Energiewende gefordert wird, steigt die Bedeutung von nachwachsenden Rohstoffen, die zur klimafreundlichen Energiegewinnung genutzt werden können, immens. Holz ist einer der besten und sinnvollsten Energieliefernten, gerade in Hinblick auf die Zukunft.

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